Montag, 1. September 2014

Eine Fehler, seine Folgen und sein Folgefehler

Ich habe einen Fehler gemacht: ich schrieb im Wikipedia-Artikel Kennzeichnungspflicht für Polizisten, dass Holger Stahlknecht gesagt habe, "man müsse als Demokrat damit leben, dass nicht alle Straftaten aufgeklärt werden könnten."[http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/sachsen-anhalt-spd-will-nummerierte-polizisten,20641266,21760412.html] (Hintergrund ist eine schwere Verletzung eines Mannes durch einen Polizisten, der bislang nicht (u.A. mangels Kennzeichnungspflicht) ermittelt werden konnte) Wer das Zitat anhand der hier, und im Wikipedia-Artikel, angegebene Quelle wenigstens mittelgründlich geprüft hat, hat festgestellt, dass es nicht Holger Stahlknechts Äußerungen waren die, von der Mitteldeutschen Zeitung in indirekter Rede wiedergegeben wurden, sondern die von Jens Kolze.

In einem Artikel des "Neuen Deutschlands" heißt es jetzt: "Der Täter aus Polizeikreisen konnte nicht ermittelt werden. Man müsse als Demokrat damit leben, dass nicht alle Straftaten aufgeklärt werden könnten, erklärte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) anschließend. Eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte hatte er zuvor zwar widerwillig im Streifendienst eingeführt, nicht hingegen bei Demonstrationen."[http://www.neues-deutschland.de/artikel/920188.namenlose-staatsgewalt.html] Durch diese falsche Zuschreibung des Zitats macht die "Zeitung" m.E. einen weiteren Fehler indem sie behauptet er hätte die Kennzeichnungspflicht im Streifendienst widerwillig eingefügt. Das Gegenteil scheint richtig zu sein, denn er hat die Kennzeichnungspflicht gegen den Willen seiner Fraktion eingeführt.[s. MZ-Artikel]

Ein Wikipedia-Leser /-Autor wies in der Wikipedia auf den Fehler hin, dort wurde er korrigiert. Mein Hinweis an das "Neue Deutschland" ist seit dem 23.06.'14 unbeantwortet und der Artikel immer noch falsch.

Meine Folgerungen:
1. Beim Schreiben nochmals versichern, die Quellen richtig wiedergegeben zu haben.
2. Was man in der Wikipedia schreibt wird tatsächlich von jemandem gelesen.
3. "Neues Deutschland" ist keine verlässliche Quelle.