Dienstag, 6. Oktober 2015

Verführbarkeit einiger Deutschen

Mit gewisser Regelmäßigkeit taucht Hitler in den Medien auf. Sei es als Witzfigur im Unterhaltungssegment oder wegen irgendwelcher vermeintlichen Sensationsfunde. Beidem kann ich nicht viel abgewinnen: wenn ich bedenke welch Unheil Hitler angerichtet hat, kann ich einfach nicht Lachen während ich an dieses Unheil denke (zudem sehe ich die Gefahr der Trivialisierung Hitlers). Und ob Hitler jetzt drogenabhängig war oder nicht (http://www.sueddeutsche.de/politik/zweiter-weltkrieg-wie-adolf-hitler-von-drogen-abhaengig-wurde-1.2644434) ist in meinen Augen auch nicht die entscheidende Frage. Entscheidend ist zu verstehen, wie Hitler an die Macht kommen konnte und sie auch bis zum Eingreifen von Außen (!) halten konnte.

Jetzt wird’s glatt, denn äußere ich mich zu einer Sache, obwohl ich von ihr keine Ahnung habe, denn bislang habe ich Er ist wieder da von Timur Vermes nicht gelesen - weil ich es zu der Kategorie „Unterhaltung mit Hitler“ zählte. Auch die Verfilmung (wobei Vermes selbst das Drehbuch schrieb) habe ich nicht gesehen. Wenn ich mir Trailer von dem Film anschaue (https://www.youtube.com/watch?v=6Q_oh9wrJv0) sehe ich auch wieder diesen reinen Klamauk. Der Tagesthemenbeitrag zum Film (http://www.tagesschau.de/kultur/eristwiederda-101.html), der mich zu diesem Post veranlasste, zeigt aber die andere, beachtenswerte Seite des Films (sofern er hält was er verspricht). Einige Deutschen scheinen bereit zu sein, der Person Hitler Sympathien entgegen zu bringen (ein anderer Trailer geht auch darauf ein: https://www.youtube.com/watch?v=8ZWFdqnVad0. In einem zum Buch Spricht der Autor auch die Verführbarkeit der Menschen an: https://www.youtube.com/watch?v=Am81MBJxFQw). Das ist in der Tat besorgniserregend, und wenn der Film die Menschen ihre Verführbarkeit bewusst machen würde, hätte er etwas erreicht.

Leider habe ich die Befürchtung, dass in der Wahrnehmung des Film am Ende der Klamauk und die Trivialisierung Hitlers bleibt und damit womöglich auch Sympatisierung mit Hitler, sodass der Film dann genau der Sache Vorschub geleistet hätte, die er (auch) darstellen (weil vor ihr warnen) wollte.